Vermögenssicherung im Alter: Lohnt eine Anlage in Sachwerte?

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Mit dem Ende des aktiven Erwerbslebens verändern sich nicht nur die Lebensumstände der meisten Senioren, sondern auch ihre finanziellen Ansprüche. Jetzt gilt es, bestehendes Vermögen zu sichern und risikoreichere Geldanlagen in weniger risikoreiche Investments umzuschichten.

Schließlich lassen sich Verluste bei der Geldanlage ohne Erwerbseinkommen nur schlecht kompensieren, was das Vermögen, das zur Sicherung des Lebensstandards im Alter dient, dauerhaft schmälert. Da die anhaltend lockere Geldpolitik und korrelierende Märkte Geldanlagen in Aktien unsicher und Zinsanlagen vergleichsweise unrentabel erscheinen lassen, rücken Sachwerte seit einiger Zeit verstärkt in den Fokus von Anlegern. Sie versprechen genau das Maß an Sicherheit und Stabilität, gepaart mit einer akzeptablen Rendite, das im Alter notwendig ist. Sachwerte = Immobilien, oder? Sachwerte assoziieren die meisten Deutschen meist mit Immobilien und tatsächlich bauen zahlreiche angehende Rentner auf ein Eigenheim zur Altersvorsorge. Der Gedanke dahinter: Ein Eigenheim kann niemals vollständig an Wert verlieren, kann im Alter gemäß der eigenen Bedürfnisse genutzt und bei Bedarf auch vermietet oder verkauft werden.

Neben diesen offensichtlichen Vorteilen bergen Immobilien aber auch einige Risiken wie teure Reparaturen, Umbauten, die Veränderung des Umfeldes zum Nachteil oder fallende Immobilienpreise. Wer auf eine eigene Immobilie zur Altersvorsorge setzt, kommt daher nicht umhin, zusätzlich ein finanzielles Polster für Ausgaben wie Instandsetzungsmaßnahmen und Reparaturen aufzubauen. Eine Alternative zur eigenen Immobilie ist ein Engagement in Immobilien-Titel wie beispielsweise Immobilienfonds, die in größere Immobilienprojekte investieren. Gold: Immer eine sichere Option? Auch physisches Gold gilt als sicherer Sachwert, der niemals vollständig an Wert verlieren kann und daher besonders in wirtschaftlich und politisch bewegten Zeiten gefragt ist. Das begehrte Edelmetall ist allerdings nicht so wertstabil, wie viele Kleinanleger glauben – der Goldkurs unterliegt zum Teil erheblichen Schwankungen. Experten empfehlen daher nur eine geringe Beimischung von etwa 5 bis maximal 10 Prozent an Gold und anderen Edelmetallen zum Anlegerportfolio. Neben dem Investment in Barren und Anlagemünzen ist bei der Geldanlage in Historischen Münzen aus Gold zusätzlich noch der ideelle Sammlerwert zu berücksichtigen. Denn dieser kann zum Teil erheblich höher liegen als der reine Materialwert. Die Wertsteigerung und Nachfrage nach diesen Objekten lässt sich vorab jedoch oftmals nur sehr schwer einschätzen und nicht mit eindeutiger Sicherheit bestimmen. Die Seltenheit und der Erhaltungsgrad der Münze sind dabei wesentliche Erfolgsfaktoren für ein gewinnversprechendes Investment.

In jedem Fall sollte beachtet werden, dass physisches Gold sicher gelagert werden muss, was entweder die Anschaffung eines ausreichend gesicherten Tresors oder die dauerhafte Anmietung eines Bankschließfaches erfordert. Die Kosten dafür mindern die Rendite von Gold, das sich damit zwar gut zur Vermögenssicherung, aber nicht zum Vermögensaufbau eignet. Sachwerte erfordern Sachverstand Daneben zählen auch andere Anlageformen wie Briefmarken, Uhren, Schmuck, Wein, Kunstwerke, Antiquitäten oder Oldtimer zu den Sachwerten, in die zur Vermögenssicherung investiert werden kann. Vor allem unerfahrene Anleger erhoffen sich davon märchenhafte Wertsteigerungen – und werden durch gelegentliche Medienberichte darüber in ihrer Annahme bestätigt. Ihr Urteil ist dabei ggf. getrübt durch den ideellen Wert einer Sache, denn längst nicht jeder Sachwert erbringt hohe Renditen. Um beurteilen zu können, ob ein Wein, ein Kunstwerk oder ein Möbelstück an Wert zulegen kann, erfordert es in der Regel Sachverstand, Wissen, Verbindungen zu anderen Sammlern und Geduld.

Insofern eignen sich einige Sachwerte bedingt zur Vermögenssicherung – sofern sie sachgemäß gepflegt und aufbewahrt werden. Auch an diesem Punkt können Einsteiger an ihre Grenzen stoßen, denn die richtige Aufbewahrung und Pflege entscheiden maßgeblich über den Wert von Sachwerten, verursachen zugleich aber auch Kosten, die die Rendite dieser Anlageform schmälern.

 

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