Droht einem Pflegebedürftigen die Heimunterbringung, kommt vor allem eine Frage auf:
pflegenotstandWer muss für die Kosten der Pflege aufkommen? Für den Betroffenen und seine Angehörigen hat sachlich korrekte und ausführliche Information zum Thema Priorität.Kann der Pflegebedürftige nicht mehr von zu Hause oder bei Angehörigen gepflegt werden,  sondern wird mit einer fortgeschrittenen Pflegestufe in einem Pflegeheim aufgenommen, muss die finanzielle Sachlage geklärt werden. Denn es geht um Vollzeitpflege und diese hat ihren Preis. Daher sind Angehörige bzw. Pflegebedürftige daran interessierte, dass ein Pflegeheim gefunden wird, welches einerseits auf die Bedürfnisse des zu Pflegenden eingeht, aber anderseits preislich im Rahmen liegt. Unterstützung bei der Wahl des richtigen Pflegeheims bietet seniorplace.de. Das Portal bietet Informationen rund um Pflege und ermöglicht den Vergleich verschiedener Pflegeheime.

Der Pflegefall – Zunächst ist der Pflegebedürftige selbst in der Pflicht

Für die Deckung der Kosten des ausgewählten Pflegeheims wird zunächst das Pflegegeld eingesetzt,welches bereits an pflegende Angehörige ausgezahlt werden kann. Trotz Reformbemühungen der letzten Jahre, reicht in vielen Fällen der von der Pflegeversicherung je nach Pflegestufe gestaffelte Betrag nicht aus, um den monatlichen Beitrag der Pflegeeinrichtung zu decken. Zunächst hat der Pflegebedürftige selbst für die fehlende Deckung aufzukommen, schließlich ist der Pflegevertrag zwischen Einrichtung und Pflegebedürftigem privatrechtlicher Natur und damit Privatsache. Dazu werden nicht nur seine laufenden Einkünfte, also im Regelfall seine Rente, sondern auch sonstige Vermögenswerte eingesetzt.. Problematisch wird es, wenn diese Reserven nicht ausreichen beziehungsweise schon aufgebraucht sind und die Pflegekosten nicht gedeckt werden können.

Die Inanspruchnahme von Angehörigen – Kinder haften für ihre Eltern

Kann der Pflegebedürftige nicht selbst für die Kosten aufkommen wird zunächst der Ehepartner belangt und anschließend die Kinder. Vielen Menschen ist nicht klar, dass nicht nur Eltern unterhaltspflichtig gegenüber ihren Kindern sind, sondern auch erwachsene Kinder gegenüber ihren Eltern. Dabei hilft der Verweis auf  fehlenden Kontakt zwischen Eltern und Kindern im Regelfall nicht, um die grundsätzliche Unterhaltspflicht der Kinder abzuwenden. Nur in besonders gelagerten Einzelfällen kann es Ausnahmen geben. Kinder kommen jedoch nur dann für ihre Eltern auf, wenn  ihr Einkommen ausreicht, den Unterhalt für eine weitere Person aufzubringen. 

Letzter Ausweg: Staatliche Unterstützung

Kann weder der Pflegebedürftige noch der Ehepartner noch die Kinder für die Pflegekosten aufkommen, wird das Sozialamt hinzugezogen. Dieses prüft jedoch vor Leistung staatlicher Unterstützung  genau, ob weder eigene Mittel noch leistungsfähige Angehörige vorhanden sind. Die Prüfung der Leistungsfähigkeit von Pflegebedürftigen bzw. ihren Angehörigen ist eine komplizierte Einzelfallprüfung, bei der die gesamten finanziellen Verhältnisse offen gelegt werden. Der Antrag auf Sozialhilfe sollte frühzeitig gestellt werden, da das Prüfen der Sachlage ein zeitintensiver Prozess ist.

Pflege ist eine teure Angelegenheit

Der Eintritt eines Pflegefalls in der Familie kann also dazu führen, dass Angehörige für die Pflegekosten belangt werden. Allerdings nur dann, wenn die finanziellen Möglichkeiten des Pflegebedürftigen zusammen mit dem Pflegegeld nicht ausreichen. Aufgrund der Komplexität des Themas wird geraten, die Besonderheiten des Einzelfalls zu prüfen und besonders als Angehöriger sachkundige Beratung hinzu zu ziehen.