Kaum sind im neuen Jahr einige Wochen ins Land gezogen, schon dürfen sich Rentner über gute Nachrichten freuen, zumindest wenn sie aus dem Ostteil der Republik kommen.
Renten steigen im Osten um das dreifache Im Sommer werden ihre Rentenbezüge um 3,29 % erhöht. Die Entwicklung in Westdeutschland stagniert hingegen. Mehr als 4 Millionen Rentner, die in Ostdeutschland leben, werden sich über die deutliche Rentenerhöhung freuen dürfen. Hingegen dürfen sich die etwa 16 Millionen Altersgeldempfänger aus dem Westen lediglich einen Anstieg von 0,25 % erhoffen.

Damit hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nicht nur die Experten überrascht. Keineswegs konnte eine derart auffällige Differenz erwartet werden. Hauptursache der steigenden Leistungsbezüge für Ruheständler im Osten sind die stetig anwachsenden Löhne der ostdeutschen Arbeitnehmerschaft. Erhält der ostdeutsche Rentenempfänger derzeit noch 1200 €, so werden im Sommer 2013 39,48 € mehr sein. Bei gleichen Bezügen erhält sein westdeutscher Kollege lediglich 3 € mehr. Schon im letzten Jahr wurden die Renten im Osten um 2,26 % aufgestockt.

Damals hatte allerdings auch der Westen von der Anhebung profitiert, so dass Rentner seit dem letzten Jahr einen Zuschlag von 2,18 % erhalten. Die Zahlen gehen mit der positiven Lohnentwicklung, die im letzten Jahr im Osten erzielt werden konnte, einher. Während die Arbeitnehmer im Westen lediglich 1,5 % mehr Lohn überwiesen bekommen haben, waren es im Osten stattliche 4,32 %. Insofern wurden durch die Mitarbeiter höhere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Dass die Renten im Westen nicht angestiegen sind, wurde von den verantwortlichen Politikern begrüßt.

Vor allem die Rentengarantie hat die Rentenerhöhung im Westen ebenso verhindert. In der Krise mussten die Renten der älteren Menschen zunächst gesichert werden. Nunmehr müssen westdeutsche Altersgeldempfänger ihren Beitrag zur Stabilisierung der Bundesrepublik leisten, damit die Gesamtkosten nicht allein auf die nachkommenden Generationen abgewälzt werden. Die Politik mahnt indes zur privaten Altersvorsorge, da nach wie vor einige Millionen Menschen in Deutschland keine eigenverantwortliche Altersabsicherung anstreben. Dabei ist heute schon offensichtlich, dass die gesetzliche Rente in Zukunft kaum ausreichen wird, um den vergleichsweise hohen Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Experten erwarten ein Defizit von bis zu 800 € pro Monat für jeden künftigen Rentner, der keinen privaten Rentenvertrag eingeht. 

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