Das System der gesetzlichen Rentenversicherung scheint an seine Grenzen zu stoßen: insbesondere der demographische Wandel und der immer längere Rentenbezug sorgen dafür, dass die Leistungen vermutlich auch zukünftig immer geringer ausfallen. Problematisch ist auch das steigende Renteneintrittsalter, nach dem Anstieg auf 67 Jahre ist eine weitere Anhebung auf 70 Jahre bereits im Gespräch. Kritiker weisen darauf hin, dass es sich nur um eine Herabsetzung der Rentenleistungen handeln würde. Weil die meisten Menschen ohnehin nicht bis 70 durcharbeiten könnten, würden sie früher in Rente gehen und Abschläge in Kauf nehmen müssen. In jedem Fall zeigt sich also: die private Vorsorge wird immer wichtiger. Welche Maßnahmen sind sinnvoll, wann sollte eine private Altersvorsorge abgeschlossen werden?

Für die private Altersvorsorge gibt es viele Möglichkeiten: der Kauf oder Bau einer Immobilie gehört beispielsweise dazu, sodass im Alter mietfrei gewohnt werden kann. Wer sich darauf nicht festlegen möchte, wird vermutlich eher auf zusätzliche finanzielle Leistungen im Alter bauen. Die Kapitallebensversicherung war vor einigen Jahren noch ein lohnenswertes Instrument, um die Familie abzusichern und gleichzeitig für das Alter vorzusorgen. Heute raten Fachleute davon allerdings ab: zum einen ist die Verknüpfung von Risikoversicherung und Altersvorsorge kaum sinnvoll, zum anderen fallen die Zinsen derzeit historisch gering aus. Der Garantiezins ist in den letzten Jahren Schritt für Schritt abgesenkt worden; einige Lebensversicherer gehen sogar davon aus, dass nicht mal diese geringen Zinsen um ein Prozent am Kapitalmarkt erwirtschaftet werden können – demnach erbringt eine solche Kapitallebensversicherung nicht einmal einen Inflationsausgleich.

Staatliche Förderung durch Riester: renditestark durch die Niedrigzinsperiode

Sinnvoller ist häufig die so genannte Riester-Rente. Grundsätzlich besteht auch hier die Problematik der geringen Verzinsung, üppige Zulagen des Staates sorgen aber aus Sicht des Versicherten dennoch für eine günstige Wertentwicklung des eigenen Depots. Ab 2018 erhalten Versicherte eine Grundzulage von 175 Euro jährlich, die selbst bei geringen Eigenleistungen schon in voller Höhe ausgezahlt wird. Für Familien lohnt sich die durch Riester geförderte Rente in besonderem Maße, weil für jedes Kind weitere Zulagen gewährt werden. Neben den direkten Zahlungen winken Steuervorteile, je nach Einkommensteuersatz lassen sich die gesamten Einzahlungen steuerlich geltend machen. Die Riester-Rente der AachenMünchener beispielsweise ermöglicht eine zusätzliche Flexibilität, in denen bis zu 30 % des Kapitals bei Rentenbeginn in einer Summe ausgezahlt werden können. Wenn mit der Verrentung also auch noch große Pläne einhergehen, beispielsweise eine teure Reise, bietet diese Police die notwendige Flexibilität bei der Riester Absicherung. In jedem Fall sollte vorher die persönliche Rentenlücke berechnet werden, um auch die notwendige Höhe einer solchen Privatrente zu bestimmen. Die Rentenlücke ergibt sich aus Ihrem derzeitigen Einkommen abzüglich der gesetzlichen Rente sowie möglicherweise wegfallenden Kosten. Pensionäre fahren in der Regel weniger Auto und können hierbei entsprechend niedrigere Beträge ansetzen.

Rürup-Rente für Besserverdiener und Freiberufler

Die Frage, wer auf eine solche private Altersvorsorge setzen sollte, ist schnell beantwortet: Jeder, der nicht bereits auf anderem Wege privat vorgesorgt oder als Beamter eine Pension bezieht, muss hierfür eigene Mittel aufwenden. Ansonsten muss damit gerechnet werden, dass der Lebensstandard im Alter deutlich abgesenkt werden muss – was auch für Besserverdiener gilt. Die Rentenzahlungen fallen für jeder Einkommensgruppe vergleichsweise gering aus, ohne weitere Vorsorgemaßnahmen müssen im letzten Lebensabschnitt erhebliche Kompromisse gemacht werden. Wenn Sie zu den Beziehern hoher Einkommen gehören oder selbstständig sind, kann auch die Rürup-Rente interessant für Sie sein: hier sind es weniger die direkten Zulagen von denen Sie profitieren, als vielmehr durch die Steuerersparnis: bereits 2017 konnten 84 % der Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden, ab dem Jahr 2025 wird dieser Anteil 100 % betragen. Zusätzlich zur Altersvorsorge sorgen also erhebliche Steuerersparnisse für eine attraktive Förderung. Für welche Variante Sie sich auch entscheiden: aktiv werden sollten Sie.